Steve Coogan und John C. Reilly als Mr. Laurel und Mr. Hardy in „Stan & Ollie“

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John C. Reilly (rechts) und Steve Coogan (links) in "Stan & Ollie". © SquareOne

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Mr. Laurel und Mr. Hardy nannte Theo Lingen die in deutschen Landen als Dick und Doof bekannten Schauspieler, die eines der berühmtesten Film-Duos der Hollywood-Geschichte sind.

John C. Reilly links) und Steve Coogan (rechts) in „Stan & Ollie“. © SquareOne

Lingen moderierte die Fernsehreihe „Lachen Sie mit Stan und Ollie“, die 21 Spielfilme umfasste und vom 3. September 1975 bis 29. Dezember 1980 zunächst im Abendprogramm, ab 1978 im Nachmittagsprogramm des ZDF lief, wobei die Übersetzung, Walter Bluhm sprach Stan und Michael Habeck als Oliver sehr originalgetreu war.

Das komische anglo-amerikanische Duo drehte in der typischen Rollenverteilung zwischen dem „doofen“ Laurel und dem „dicken“ Hardy über hundert Kurz- und Spielfilme, darunter den Oscarprämierten Film „Der zermürbende Klaviertransport“ („The Music-Box“). In den 20er Jahren wurden ihre Filme auch im Deutschen Reich gezeigt. Vor allem für Slapstick genannten körperbezogenen, wortlosen Humor waren beide berühmt und beliebt. In der Stummfilmzeit ging es ohne Slapstick in der Tradition der Commedia dell’arte nicht anders. Der Wortwitz kam erst später auf.

John C. Reilly (rechts) und Steve Coogan (links) in „Stan & Ollie“. © SquareOne

Oliver Hardy war vor allem Schauspieler, aber Stan Laurel entwickelte viele Gags, schreib Drehbücher oder daran mit, führte oft Regie und arbeitete am Schnitt.

Neuerdings gibt es auch einen Film über das komische Pärchen Stan Laurel (gespielt von Steve Coogan) und Oliver Hardy (gespielt von John C. Reilly). Der Film zeigt die beiden auf einer Tournee kreuz und quer durch das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland. Anfangs herrscht tote Hose auf der Bühne und gähnende Leere und Langeweile im Zuschauerraum, doch dank ihres guten Gespürs für Land und Leute sowie ihres Könnens, sich auch immer wieder gemeinsam zum Lachen zu bringen, springt der Funke vom humorvollen Pärchen aufs zahlende Publikum überzuspringen. Und die beiden brauchen jedes Pfund.

Mit Melone und Mütze, Schabernack und Charme soowie der Brillanz ihrer Darbietungen bringen sie die Briten zur Begeisterung, gewinnen alte Fans zurück und neue. Die Tour endet in einem Erfolg. Doch die Geister ihrer Vergangenheit holen sie ein wie ihre Frauen. Sie stellen Stan und Ollies Freundschaft auf eine Bewährungsprobe…

John C. Reilly (rechts) und Steve Coogan (links) in „Stan & Ollie“. © SquareOne

Der Film ist eine herzliche, eine liebevolle Homage an Mr. Laurel und Mr. Hardy. Er bietet Einblicke in ihr Leben und Arbeiten, einen kleinen kritischen Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik und Unterhaltungsindustrie und einen großen auf die Belastungen dieser Arbeit für Kopf und Körper, für Kreativität und Kollegen, die auch Freunde sind.

Beide Hauptdarsteller bringen Nachgeborenen Stan und Ollie ernsthaft und echt, urkomisch oberflächlich und immer auch traurig tiefgründig, also insgesamt äußerst authentisch rüber. So muss es gewesen sein, möchte man meinen.

Dafür gebührt Steve Coogan und John C. Reilly, aber auch allen am Film Beteiligten, vor allem Regisseur Jon S. Baird Dank.

Prädikat: Sehenswert!

Filmografische Angaben

  • Originaltitel: Stan & Ollie
  • Staat: Vereinigte Staaten von Amerika, Kanada, Vereinigte Staaten von Großbritannien und Nordirland
  • Jahr: 2018
  • Regie: Jon S. Baird
  • Drehbuch: Jeff Pope
  • Musik: Rolfe Kent
  • Darsteller: Steve Coogan, John C. Reilly,Nina Arianda,Shirley Henderson,Danny Huston,Rufus Jones
  • Laufzeit: 97 Minuten
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