Wiglaf Droste ist tot

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Der Hut von Wiglaf Droste. Auschnitt aus dem Buchcover "Die Würde des Menschen ist ein Konjunktiv" von Wiglaf Droste. © Copyright Goldmann in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wiglaf Droste, der am 27. Juni 1961 in der ostwestfälischen Stadt Herford geboren wurde, ist nach kurzer und schwerer Krankheit am 15. Mai 2019 in Pottenstein bei Bayreuth gestorben.

Bayreuth, so schlug er, der Dichter, der dachte, und der Denker, der dichtete, einmal vor, sollten doch die Piloten der israelischen Luftstreitkräfte statt Beirut bombardieren und bis auf das Jean-Paul-Museum plattmachen. Jetzt wurde er, der von uns vor allem als Gründer des Benno-Ohnesorg-Theaters in Berlin und als Autor des Politmagazins Kalaschnikow, der Zeitschrift Häuptling Eigener Herd sowie der Critica Diabolis geschätzt wurde, in der oberfränkischen Provinz plattgemacht.

Zeit seines Lebens wurden Worte genug gewechselt. Eine offizielle, eine öffentliche Trauerfeier wird es nicht geben. Der Lebens- und Wortkünstler kann keine Worte mehr hören und wir wollen sie nicht zur Werbung werden lassen in einer Welt der Ware und des Spektakels. Wir trauern und werden uns so lange wir können erinnern.

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