Tolles für Tisch und Wände – Zum Buch „Narrenhände“ von Christian Adam

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Das Buch "Narrenhände" mit Handzeichnungen und Texten von Christian Adam liegt auf dem Tisch. © 2017 Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Normalerweise, aber was ist das schon, beschmieren Narrenhände Tisch und Wände. Dass der Autor dieser Annotation zum quadratisch Bilderbuch „Narrenhände“, bei dem sowohl die Handzeichnungen als auch die Texte von Christian Adam stammen, nicht nur Tisch und Wände beschmierte, das muss an dieser Stelle nicht besonders hervorgehoben werden.

Nun halte ich ein „unverkäufliches Freiexemplar“ des Buches „Narrenhände“ aus dem Heidelberger Verlag Morio in Händen und staune über den Humor, den die Zeichnungen offenbaren. Frivol und frech, das kann der 1941 in Oppeln, Oberschlesien, geborene Künstler, der in Köln, Frankfurt am Main, München und Berlin lernte und arbeitete.

Laut Wikipedia seien Adams Arbeitsschwerpunkte „die Malerei, Objekte (dreidimensionales Gestalten), Kunst am Bau, Brunnen, Installationen, Fotografie, neue Medien, Grafik und satirische Zeichnungen“. Prosa und Lyrik soll er „nebenbei verfasst“ haben. Ja, wenn das so ist.

Die in „Narrenhände“ versammelten satirischen Zeichnungen seien „ein Werk der Nachtstunden“, lese ich am Rande des Buches, betrachte – draußen vor der Tür ist es dunkel – bei einem leckeren Syrah aus dem Jahr 2015 vom Weingut Abbazia Santa Anastasia auf Sizilien die eine oder andere schöne Schweinerei, lese die im Seitenmittel zentrierten Randbemerkungen, schmunzle und runzle. Jawohl, ich schlutze und stutze ebenso bei den Bemerkungen wie bei den Bildern.

Richtig, dass Hans Gercke im „Trojanisches Pferd mit Fußangeln“ überschrifteten Vorwort darauf hinweist, dass Adams Kopfgeburten in „Narrenhände“ nicht voneinander getrennte werden, weil der Meister beider Medien es so wollte und „obwohl Texte und Bilder auch losgelöst von einander rezipiert werden können und ihre Verbindung für den Rezipienten nicht immer, zumindest nicht auf Anhieb, ersichtlich ist“, das hilft genau so wenig wie der Rote.

Eine Flasche auf dem Tisch scheint zu wenig für den Spott, der aus „Narrenhände“ Bände für Wände spricht. Noch einmal nach Sizilien. Subito.

* * *

Christian Adam, Narrenhände, Handzeichnungen und Texte, mit einem Vorwort von Hans Gercke, 132 Seiten, gebunden, Format 200×200 mm, Bilder in Schwarz/Weiß und Farbe, Morio Verlag, Heidelberg 2017, ISBN: 978-3-945424-42-1, Preis: 19,95 EUR

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