Pfefferkörner

Hohe Berge und Hamburg – Zum FSK-Null-Spielfilm „Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Um es vorweg zu nehmen, die Pfefferkörner, die es im deutschen Staats-TV seit 17 Jahren mit Gaunern und Ganoven aufnehmen, vermehren sich und für den Schwarzen König braucht es keinen Schauspieler. Doch der Reihe nach.

Die zwei kurzen Detektive von der Waterkant, Alice (Emilia Flint) und Benny (Ruben Storck), lösen gerade einen Fall, bei der die noch Kleinere Mia (Marleen Quentin) den Kürzeren zieht, schon steht eine Klassenfahrt an. Von der Elba an den Etsch oder so ähnlich. Von einer Hafenstadt in die Hohen Berge auf alle Fälle.

Auf dieser lernen sich Lehrer Schulze (Devid Striesow) und Bennys Mama (Katharina Wackernagel), die das Wissen ihres Sohnes für eine erkrankte Lehrerin einspringt, damit die Reise ins Abenteuer Alpen losgehen kann, näher kennen und lieben.

Auf und um den Gruber Hof in Südtirols wartet nicht nur der Schwarze König, sondern auch Hilfsköchinnen und Hilfspolizisten, vor allem Freund Luca (Leo Gapp) oder auch nicht, denn der Bauernsohn als moderne Version des Ziegenpeters schickte kurz vor der Abreise eine windige Videobotschaft. Doch mit Verboten wie „fahrt nicht“ kann man den Pfefferkörnern nicht kommen. Die treten die Reise an, aber richtig. Und Luca spielt sich die die Herzen der Mädchen, jedenfalls das von Lena.

Im Bus sitzt auch Johannes (Luke Matt Röntgen), der neue Schüler der Klasse, der sich erst von einem Chauffeuer zum Abfahrtsort an der Elbphilharmonie bringen lässt, dann als Petze entpuppt, aber am Ende des Kinderfilms zum vierten Pfefferkorn aufsteigt.

Während die anderen in Berghöhlen klettern und Seilbahn fahren, hält Mia im Hauptquartier der Pfefferkörner in der Hamburger Speicherstadt die Stellung und Kontakt via Weltnetz.

Autor Dirk Ahner, der schon für „Hui Buh, das Schlossgespenst“, die Feder führte und vor allem als Roman- und Hörspielautor bekannt ist, hat den kindgerechten und für diese Zielgruppe spannenden Abenteuer- und Heimat mit einer Prise Grusel und Gesellschaftskritik gewürzt. Und das ist gut so, geht es doch bei diesem Spektakel immer auch um Umwelt- und Sozialbewußtsein sowie gegen das große Kapital, das durch die Berge und an der Elbe wütet und Wasser zur Ware macht. Keine Angst, der Film ist an Gegenwartskritik nicht überladen und also düster. Im Gegenteil: humorvoll und heiter, lichtdurchflutet und leicht.

Das Regisseur Christian Theede aus einem Sammelsurium an Erfahrungen in der Film- und Fernsehbranche schöpfen kann, das merkt man diesem Kinofilm für Kinder an, der auch die Eltern auf die Leinwand starren lässt und sie in der Kurzweiligkeit, die bisweilen Atemlosigkeit gleichkommt, was wohl auch an der ordentlichen Arbeit mit der Kamera von Ngo The Chau zurückzuführen ist, der Handlung hält. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf. Zur Not färbt sich Bergseewasser schwarz und eine Scheune fängt Feuer. Hauptsache fidel und flott. Dauernd drive!

Von allen Beteiligten wird eine grundsolide handwerkliche Arbeit hingelegt. Hafen und Hof, Hamburg und Höhe wurden kleinbürgerlich gebügelt und geleckt in Szene gesetzt. „Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs“ ist auch ein Schön- und Schnulzenfilm ein gelungener FSK-Null-Spielfilm für Regentage im Hochsommer. Schade, dass der Film erst ab 7. September 2017 in die Kinos kommt.

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Titel: Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs
Land: Deutschland
Jahr: 2017
Regie: Christian Theede
Buch: Dirk Ahner
Kamera: Ngo The Chau
Schauspieler: Marleen Quentin, Ruben Storck, Luke Matt Röntgen, Emilia Flint, Leo Gapp, Devid Striesow, Katharina Wackernagel, Stephan Luca, Hannes Wegener, Anna Böttcher, Suzanne von Borsody
Produzenten: Michael Lehmann, Holger Ellermann, Kerstin Ramcke
Laufzeit: 99 Minuten
FSK: 0, freigegeben ohne Altersbeschränkung