Eine mysteriöse Frau lügt um zu leben – Annotation zum Roman „Die Lügnerin“ von Friedemann Karig

"Die Lügnerin", ein Roman von Friedemann Karig. © Ullstein Buchverlage GmbH

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Clara sitzt in einer Privatklinik auf der Couch ihrer Therapeutin und lügt ihr die Hucke voll. Lügen sind Claras täglich Brot, egal ob im Beruf oder privat, Clara baute sich ein Lügengespinst, wo oben unten sein kann, oder umgekehrt. Nun hat sie sich die Therapeutin vorgeknöpft, um mit ihr auf Wolke sieben im Feuer der Ewigkeit zu verschwinden.

Obgleich die Sprache glockenhell und einfach ist, dreht uns das verworrene Konstrukt ganz schön durch den Fleischwolf.

Karig hält uns mit diversen halbseltsamen Andeutungen auf Abstand, nicht jeder Faden findet sein Ende. Das ist gelegentlich enervierend und trägt nicht unbedingt dazu bei, den Lesefluss voranzutreiben.

Trotzdem hat die Geschichte etwas, man möchte weiterlesen, auch wenn man nicht genau weiß: warum.

Ein Buch wie das Raunen im Gebüsch in Antonionis Film „Blow up“, wenn Sie wissen was ich meine. Meine Nachbarin fand das Buch erstklassig.

Drei von fünf Punkten.

Bibliographische Angaben

Friedemann Karig, Die Lügnerin, Roman, 224 Seiten, Bindung: fester Einband mit Schutzumschlag, Verlag: Ullstein Hardcover im Konzern Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin, 1. Auflage 31.8.2023,‎ ISBN: 9783550201684, Preis: 22,99 EUR (Deutschland), 23,70 EUR (Österreich), auch als E-Buch für 18,99 EUR erhältlich

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