„Mord am Hellweg“ mit zehnjährigem Krimifestivaljubiläum und neuer Jury

Unna, Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das Krimifestival „Mord am Hellweg“ in Unna ist nicht nur Europas größtes internationales Krimifestival, sondern kommt auch in die Jahre. Vom 19. September bis 14. November 2020 soll die 10. Ausgabe in der Hellweg-Region veranstaltet werden.

Die Planungen für das zehnjährige Jubiläum laufen und die Hauptjury für den Ripper Award sei laut Pressemitteilung vom 8.4.2019 hochrangig. „Das Festival ist stolz, gleich sieben Top-Krimi-AutorInnen aus sieben europäischen Ländern für die Hauptjury gewonnen zu haben“, heißt es und Namen werden genannt.

Alex Beer (Österreich), Simone Buchholz (Deutschland), Anna Grue (Dänemark), Antonio Manzini (Italien), Anita Terpstra (Niederlande), und auch die Gewinner des Europäischen Preises für Kriminalliteratur 2018/19 Simon Beckett (Vereinigtes Königreich) und Arne Dahl (Schweden) hätten ihre Bereitschaft erklärt, an der Juryarbeit mitzuwirken.

Wenn alles klappt, dann würde der Ripper Award zum siebten Mal für 2020/21 vergeben werden, wobei der Preis an einen international erfolgreichen Krimi-Autorin vergeben werde, der sich mit seinem „bisherigen Wirken im europäischen oder im internationalen Ausmaß um die Kriminalliteratur verdient gemacht“ habe.

Laut Pressemitteilung könnten noch bis kommenden Freitag, den 12. April 2019, „Verlage, literarische Einrichtungen, Bibliotheken, Lektorate, Agenturen, KrimiautorInnen, Krimimedien, Blogs in ganz Europa für den Preis Krimi-AutorInnen vorschlagen, dessen Werke zur lebendigen und zeitgemäßen Weiterentwicklung der Kriminalliteratur in Europa beigetragen haben“.

Anschließend würde eine Vorjury, bestehend aus derFestivalleitung und dem Bremer Krimiautor und Ideengeber für den Preis, Jürgen Alberts, eine Auswahlliste von elf Kandidaten auszuwählen. Die erhalte die Hauptjury, um eine Kurzliste von drei bis fünf Kandidaten zu erstellen. Die müssen sich dem Publikum auf dem Krimifestival im Herbst 2020 präsentieren, damit es abstimmen kann. Zudem sind Abstimmungen im Weltnetz sowie der Postkarte zugelassen. Mit anderen Worten: Merken Sie sich den Herbst 2020 für das Krimifestival Mord am Hellweg vor.




Neu im Mudam: „Bert Theis, Building Philosophy – Cultivating Utopia“

Luxemburg (Kulturexpresso). In der Pressekonferenz des Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean (Mudam) in Luxembourg mit anschließender Führung wurde die beeindruckende und beträchtliche Retrospektive des sozialkritischen und philosophischen Künstlers Bert Theis, der von 1952 bis 2016 lebte unter dem Titel „Building Philosophy – Cultivating Utopia“ präsentiert.

Enrico Lunghi, ehemaliger künstlerischer Leiter des Mudam und aktueller Kurator, führte anschließend durch die „Vielfältigkeit seines 30-jährigen Schaffens“ (Lunghi). Das scheint eine Ausstellung mit unendlich kreativen und interessanten Modellen, Dokumenten, Fotografien, Videos und Plakaten gegen Krieg, Atomkraft und Kirche zu sein.

Einblicke in weniger bekannte Aspekte seines Schaffens werden auch gezeigt, etwa seine Collagen, in denen er laut Lunghi „bekannte Bilder in seinem kritischen Sinn zusammenfügte“, Werke, in denen er sich der kritischen Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte, der Gesellschaft und dem Status des Bildes widmete, sowie seine Performances und auch einen Teil seiner Textarbeiten.

© 2019, Foto: Eva-Maria Becker

In seinen Werken zeige sich seine Philosophie. Schon in der Schulzeit sei Theis „revolutionär“ gewesen, meinte Lunghi. Er sei ein Rebell gegen Etabliertes und auch speziell gegen die römisch katholische Kirche, die in Luxemburg fast schon „Staatsreligion“ ist, gewesen.

Seine feinfühlige, kritische, soziale Verantwortlichkeit zeigende Ästhetik, Humor und nochmals Humor (Cartoons) inspirieren den Betrachter sich mit gesellschaftlich kritischen Situationen auseinanderzusetzen. Kunst darf als Waffe des Denkens wahrgenommen werden.

Nachdem er die Malerei aufgegeben hatte, „um mit bereits vorhandenen Bildern arbeiten zu können“ (Lunghi), begann er in den 1990er-Jahren „Plattformen“ und „Pavillons“ zu kreieren, die Besucher – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – sichtbar machen und erhöhen.

Auch sein temporärer Pavillion ist zu sehen: 1995 repräsentierte er Luxemburg in der Kunstbiennale in Venedig mit seinem temporärer Pavillon. Dieser erregte internationales Aufsehen und Anerkennung, stellte er doch das Konzept des internationalen Kunsttreffens in der Lagunenstadt in Frage.

Work presented in the exhibition Bert Theis, Building Philosophy – Cultivating Utopia. 30.03.2019 – 25.08.2019, Mudam Luxembourg

Bert Theis
From Fight Specific Isola to Isola Utopia, 2015 (detail)
Photomontage of 6 photographs
Collection Mariette Schiltz

© Mudam Luxemburg

Sein Engagement in Bezug auf historische, gesellschaftliche und urbane Zusammenhänge führte zu vielen Aufträgen weltweit für den öffentlichen Raum. Ab 2001 war 15 Jahre lang im Kampf gegen die Gentrifizierung des Mailänder Arbeiterviertels Isola im Isola Art Center beteiligt, wo er seit 1993 lebte. Er nutzte diese kollektive Plattform von und für Künstler, Architekten, Philosophen und Bürger als Ausgangspunkt für die Errichtung einer „konkreten Utopie“ mit künstlerischen Mitteln.

Seit seinem Tod im Oktober 2016 füllen Bürger, Arbeiter, Intellektuelle und eine Generation junger Künstler seine Ideale mit dem Gemeinschaftsgarten Isola Pepe Verde und in der Kooperative RiMaflow mit Leben.

Die Luxemburger Ausstellung reiht sich in das Projekt namens „Arcipelago Bert Theis“ ein. Das umfasst Ausstellungen und Veranstaltungen nicht nur in Stadt und Staat Luxemburg, sondern über die Grenzen hinaus. Die Zusammenarbeit findet mit 2001 architecture, Cercle Cité, Stadtgemeinschaft Strasbourg, Fonds Belval, Fonds Kirchberg, LUCA Luxembourg Center for Architecture, Musée national d’histoire et d’art Luxembourg, Rotondes, Universite du Luxembourg – Master in Architecture, Stadt Luxemburg statt.

Und die Ausstellung im Mudam, die am 30. März begann, läuft noch bis zum 25. August 2019.




Demnächst ins Ohr: Ensemble Modern und HK Gruber mit Musik von Kurt Weill

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Nein, noch ist sie nicht da, die neue CD mit Musik von Kurt Weill, der am 2. März 1900 in Dessau geboren wurde und am 3. April 1950 in New York starb, aber bald. Die CD-Neuveröffentlichung soll am 26. April 2019 sein.

Und der Inhalt? Gehört haben wir das auch noch nicht, aber etwas darüber, was das Ensemble Modern tut und macht.

Seit seiner Gründung 1980 gehört das Ensemble Modern zu den führenden Ensembles für Neue Musik und zwar nicht nur in deutschen Landen. Das Ensemble ist echt international. 18 Solisten aus Belgien, Bulgarien, Griechenland, Indien, Israel, Japan, den Vereinigten Staaten von Amerika, der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizer Eidgenossenschaft zählen derzeit dazu.

Weills Musik hegt und pflegt das Ensemble Modern mit dem Wiener Dirigenten, Komponisten und Chansonnier HK Gruber schon lange und zwar leidenschaftlich. Daher darf man auf die neue CD-Veröffentlichung mit drei Werken von Kurt Weill unter Leitung Weillianers Gruber gespannt sein. Zu hören sein sollen auch die Sängerinnen Ute Gfrerer und Winnie Böwe sowie das Männervokalensemble amarcord.

Wer die CD kaufen sowie mehr über das Ensemble Modern wissen möchte, der surfe auf die Heimatseite www.ensemble-modern.com.




Der Stummfilmklassiker „Nerven“ von Robert Reinert und das Jewish Chamber Orchestra Munich

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). „Nerven“ muss man haben! Am 9. April 2019 bekommen einige wenige ab 20.30 Uhr in den Münchner Kammerspielen genau das: die „Nerven“ … von Robert Reinert.

Der 1872 in Wien geborene und 1928 in Berlin gestorbene Reinert war Zeit seiner Lebens Drehbuchautor und Regisseur. Einen Namen machte er sich mit den Titeln „Der Weg zur Sonne“ (1906) und „Krieg“ (1907) und „Homunculus“ (1916) sowie „Opium“ und „Nerven“.

Reinert schrieb das Buch für den Stummfilmklassiker „Nerven“ und war auch der Regisseur. Hinter der Kamera stand Helmar Lerski. Gezeigt werden Schicksale verschiedener Personen aus unterschiedlichen sozialen Milieus und Klassen in den Wirren nach dem Weltkrieg und dem Aufbruch der Münchner Räterepublik nach der bayerischen Revolution einen Stummfilm. Laut Pressemitteilung der Münchner Goldmann Public Relations e. K. vom März 2019 würde dieser Film „durch radikale Expressivität“ bestechen und nachzeichnen, „was Krieg und Hunger im Menschen auslösen. Durch die schnelle Bildabfolge versucht der Regisseur die Kriegshandlung als nervöse Epidemie zu beschreiben. Vom Film waren zunächst nur fragmentarische Kopien erhalten, die in einem aufwendigen Prozess vom Filmmuseum München rekonstruiert wurden.“

Gezeigt wurde „Nerven“, der von der Zensur um 1.000 Meter gekürzt wurde, erstmals im Dezember 1919, also vor fast 100 Jahren. Ein Drittel der Fassung der Uraufführung gilt zudem heute als verloren.

Im Rahmen seiner Stummfilmkonzertreihe „Flimmerkammer“ widmete sich das Jüdische Kammerorchester München, das sich Jewish Chamber Orchestra Munich nennt und bis Sommer 2018 Orchester Jakobsplatz München hieß, Reinerts „Nerven“. Der Kompositionsauftrag für die neue Filmmusik zu „Nerven“ sei laut PR-Agentur Goldmann „an den jungen Münchner Komponisten Richard Ruzicka“ gegangen.

Was daraus wurde, das wird man am 9. April um 20.30 Uhr sehen beziehungsweise hören.

Ob „die flackernden, aufflammenden, zum Teil verschwommenen Bilder“, die „an den Zuschauern“ vorbeiziehen … „in der Neuinszenierung durch die Kompositionen Richard Ruzickas in bedrohlich-stürmischer Weise untermalt“ werden, das müssen sie in diesem Filmkonzert, das im Rahmen der Reihe „1918 | 2018. Was ist Demokratie?“ veranstaltet wird, erleben, oder?




Hegel vom Kopf auf die Füße stellen? Plakat in Berlin-Charlottenburg am 22.März 2019

Was verbindet Beth Gibbons von Portishead, Henryk Gorecki und Theresa May? Der 29. März 2019

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Portishead klingt für Uneingeweihte wie „den Kopf tragen“, zum Beispiel unter dem Arm. Soweit ist es bei Theresa May noch nicht, obwohl sie starker Kritik ausgesetzt ist und auf einem schmalen Grat wandert. In der Tat sind Portishead, May und Gibbons very British.

Portishead ist eine englische Küstenstadt

Portishead heißt eine kleine Stadt mit gut 17.000 Einwohnern an der Mündung des Severn. Zuweilen hieß sie auch „Portshead“, von „port at the head of the river“, frei übersetzt ‚Hafen an der Flußmündung‘. Bis heute gibt es einen kleinen Fischereihafen in der stark wachsenden Stadt. Bei gutem Wetter kann man auf der anderen Seite des Wassers Wales sehen. Das „Severn Estuary“ – ein Zusammenfluss des Severn mit dem Avon, dem Wye und anderen Flüssen – und der meerwärts folgende Bristolkanal bilden hier die Grenze zwischen Wales und England. An den Außenumrissen Großbritanniens sind Portishead und das benachbarte Bristol sehr einfach zu lokalisieren, ist doch selbst auf kleinen Landkarten der Bristol Channel der erste große Einschnitt an der Westküste, wenn man von Süden aus sucht. Links unten nach oben mit dem Finger die Küste entlangfahrend, bis man nicht mehr weiter kann, dort liegen Bristol und Portishead.

Tee servieren und Musik aufnehmen – so wird man bekannt

Portishead wäre wohl nie so bekannt geworden, wenn nicht Geoff Barrow, der in einem Aufnahmestudio in Bristol arbeitete – er servierte dort den Tee – nicht immer „der Typ aus Portishead“ genannt wurde. Zum Beispiel bei den Aufnahmen zum ersten Album von „Massive Attack“. So kam Barrow auf die Idee, den Namen der Stadt zu einem Bandnamen zu machen. 1991 traf Barrow Beth Gibbons, die sporadisch in Bars sang. Mit ihr und dem Jazzgitarristen Adrian Utley nahmen sie das erste Stück auf: „Sour Times“ (schlechte Zeiten, saure Zeiten). „Portishead“ war geboren – und ein Stück mit „S“, das inhaltlich an den Stabreim der „Symphony of Sorrowful Songs“ erinnert. Die Symphonie der Klagelieder oder Lieder voller Sorge und Leid. Beth Gibbons ist die Gesangsstimme der Symphonie. Komponiert hat sie der 2010 verstorbene Henryk Górecki. SEIT DEM 29. MÄRZ 2019 gibt es ein „Album“, also eine CD. Dazu eine Deluxe-Edition.

Dabei wird es visuell: Die Deluxe-Version enthält die DVD mit dem Konzertfilm.

Es handelt sich um einen 50-minütigen Konzertmitschnitt, keinen Spiel- oder Dokumentarfilm. Unten nochmal die Einzelheiten. Das (Rundfunk-) Konzert fand vor fünf Jahren statt. Durch die DVD und europaweite Vorführungen beginnend am 26. März in Paris werden das Konzert und die Sinfonie in Erinnerung gerufen. Beth Gibbons legt sich mächtig ins Zeug. Dreimal erscheint sie sogar persönlich zu den Filmvorführungen; in Paris am 26., in London am 28. und in Berlin am 31.3. (ausverkauft!!) An elf weiteren Orten, darunter New York, Sydney und neun europäische Städte, die meist im Vereinigten Königreich einschließlich Nordirlands liegen, wird der Konzertfilm gezeigt.

Zusammenfassung: 29.März 2019: Die Briten kommen raus – oder auch nicht. 29. März 2019: Ein Album kommt bei Domino Records raus, mit dem die Britin Beth Gibbons groß rauskommt.

Was
für den einen ein Anfang, ist für den anderen das Ende. Wobei
manchmal das Ende nicht gültig ist und somit nicht endgültig.

Henryk Górecki: Symphonie Nr. 3 (Symphony No. 3) – Symphonie der Klagelieder (Symphony of Sorrowful Songs). Opus 36. Aufgeführt vom polnischen nationalen Radio-Symphonie-Orchester unter der Leitung von Krzysztof Penderecki, Gesang Beth Gibbons. Die Platte erscheint am 29. März 2019 (Album Release). Deluxe-Edition mit Konzertmitschnitt-DVD.

Dokumentation des Plakats, das die Abbildung zum Artikel darstellt

Wir lesen unten auf dem Plakat:

„When once the earth becomes a common treasury again …“ zu deutsch:

„Wenn einst die Erde wieder ein gemeinsamer Schatz wird, wie es sein muss … dann wird diese Feindschaft in allen Ländern aufhören“.

Es ist ein Zitat von Gerrard Winstanley, der 1609 in Wigan in Lancashire geboren wurde und im Herbst 1676 in London starb. Auf dem Plakat steht, das Zitat sei aus dem Jahr 1649. Das liegt zu Beginn des 10jährigen Protektorats Oliver Cromwells.

Winstanley gehörte zu den Diggers, eine Art archaische Urban Gardeners mit Robin-Hood-Tendenzen. Sie übertreffen die gleichmachenden „Levellers“ als „True Levellers“, wahre Gleichmacher, indem sie Brachland und Allmende besetzen und Nutzpflanzen anbauen. Die Feldfrüchte verschenken sie.

Das ruft Landbesitzer auf den Plan, die Verluste fürchten. Sie versuchen, die Landbesetzer zu vertreiben (in Buckinghamshire, dem angrenzenden Northamptonshire und Kent in Südostengland). Als sich auf diesem Weg die Herstellung der alten Verhältnisse nicht erreichen ließ, gingen sie in London vor Gericht. 1650 entscheidet Richter Halifax, Ernte und Werkzeuge der Diggers (Gräber im Sinne von Grabenden) müssten zerstört werden, was auch geschieht. Damit ist das kleine „sozialisierende“, altruistisch-sozialistische Experiment gescheitert, im Keim erstickt. Vielleicht war der Fehler, die Ernte zu verschenken. Das langfristig entstehende Unheil davon, keinen Preis zu verlangen, schildert Ayn Rand eindrücklich in „Atlas wirft die Welt ab“(dt. 1958) („Atlas shrugged“, 1957), Neuübersetzung „Wer ist John Galt?“ Alles geht letztlich den Bach hinunter. Es muss etwas kosten, auch wenn es nur wenig ist.

Was ist jetzt eigentlich mit dem 29. März? Bleiben wir zusammen? Sind sie raus? Sind sie drin? Und warum eigentlich am 29.?

Da Theresa May in ihrer Funktion als Premierministerin am 29. März 2017 rechtlich verbindlich den Austritt aus der EU nach Artikel 50 mitgeteilt und erklärt hatte … „wäre der Austrittstermin am Ende der vertraglich vorgesehenen zweijährigen Verhandlungsperiode auf den 29. März 2019 gefallen.“ (Wikipedia).

„Allerdings einigten sich der Europäische Rat und die britische Regierung am 21. März 2019 auf eine Verschiebung des Termins auf frühestens den 12. April 2019.“

„Im Fall einer Einigung auf das derzeit vorliegende Austrittsabkommen, welche nach dreimaliger Ablehnung des Austrittsabkommens durch das Parlament des Vereinigten Königreichs unwahrscheinlich ist, soll das Vereinigte Königreich hingegen erst am 22. Mai 2019 austreten. Darin vorgesehen ist eine Übergangsphase bis voraussichtlich 2021, in der das Vereinigte Königreich zunächst wie bisher alle EU-Regeln einhält und weiter Beiträge zahlt, aber in EU-Gremien keine Mitsprache mehr hätte.

Die anschließenden, langfristigen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU sind noch Gegenstand von Verhandlungen“, so die Enzyklopädie weiter.

Das Ende mit Schrecken wird nun auch noch zu einem Schrecken fast ohne Ende.

siehe auch:




Thomas Kay Marsen, der „Kunst(Zer)Teiler“ und das Pocket-Museum im Hosentaschenformat

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Keine Ahnung, was das ist oder soll. Und das scheint auch egal. Doch die Pressemitteilung vom Pocket-Museum vom 26.3.2019 mit der Überschrift „Der Kunst(Zer)Teiler: Thomas Kay Marsen – Kunstsammler zerteilt moderne Kunstwerke und präsentiert neue Exponate in seinem Pocket Museum“ fand Aufmerksamkeit in der Redaktion des Magazin KULTUREXPRESSO.

Thomas Marsen soll ein „Kunstliebhaber und Kunstsammler aus Oldenburg“ sein, der „zwölf Kunstwerke seiner modernen Gemäldesammlung in 16×16 mm kleine Stücke zerschnitten und sie neu zusammengesetzt“ habe. Das mache ich manchmal mit alten Unter- und Oberhemden. Die ausgetragenen Klamotten sammle ich erst, dann zerschneide ich sie, allerdings in größere Stücke, um damit anschließend mindestens mein Fahrrad zu putzen. Die anderen Putzlappen reiche ich weiter.

Marsen und ich scheinen etwas gemeinsam zu haben. Wir kaufen auch, was uns gefällt. Er Kunst, ich Klamotten. Dann zerschneiden wir sie. “ Ihm gefällt viel und er kauft viel“, heißt es zu meinem scheinbaren Bruder im Geiste. Mir gefällt zwar auch viel, aber ich kaufe wohl weniger.

Zu Kunstliebhaber und -käufer Marsen heißt es weiter, dass deswegen „im Laufe der Jahre seine Kollektion so umfangreich geworden“ sei, „dass er sie nicht mehr aufhängen“ konnte. Mein Kleiderschrank war auch immer proppevoll, aber vermutlich kleiner als sein Kunstschrank oder -keller. Weiter im Text: „Wie viele Sammler stand er vor dem Problem, wohin mit der schönen Kunst? Aber anders als andere Kunstsammler, die gewinninteressiert verkaufen oder versteigern lassen, wählte er eine radikale Methode ohne Rücksicht auf den finanziellen Kapitalwert der Kunst. Er zerteilt die Originale und teilt die Kunst fortan mit anderen.“

Wir sind wohl Seelenverwandte. Ich teilte meine Lappen auch immer. Vielleicht tausche ich eines Tages mal in sein Pocket-Museum und tausche mit Marsens Fetzen. Obwoh, wozu sollen 16×16 mm gut sein?

In einem Shop genannten Laden verkauft Marsen übrigens seine Pocket-Museen. Eines soll angeblich „300,00 € inklusive MwSt und kostenlosem Versand“ kosten. Vielleicht sollte ich das mit meinen getragenen Lappen auch machen und noch eine Null dranhängen. Schließlich gibt es genügend Nullen auf dieser Welt, die – nennen wir es – Kunst sammeln und kaufen.




Frobenius oder die Kunst des Forschens im Museum Giersch der Goethe-Universität

Frankfurt am Main, Deutschland (Kulturexpresso). Seit dem 24. März und noch bis zum 14. Juli 2019 läuft im Museum Giersch der Goethe-Universität (MGGU) in Frankfurt am Main die Ausstellung “ Frobenius – Die Kunst des Forschens“.

In der Pressemitteilung des MGGU vom 19.3.2019 heißt es, dass die neue Sonderausstellung „mehr als 200 Bildwerke – ethnographische Bilder, Fotografien und Nachzeichnungen prähistorischer Felsbildkunst – aus der einzigartigen Sammlung des Frobenius-Instituts für kulturanthropologische Forschung in Frankfurt“ präsentiere.

Wohl wahr: das ist ein „Bilderschatz, der „von Zeichnerinnen und Zeichnern“ stamme, „die den Institutsgründer, den Ethnologen Leo Frobenius (1873–1938), auf seine Expeditionen begleiteten“.

Beachtliche und „beeindruckenden Nachzeichnungen prähistorischer Felsbilder geben einen überwältigenden Einblick in die weltweite Kunst der Vorzeit.“ Zu sehen seien „Werken von Paul Klee, Willi Baumeister und Wols, die „den Einfluss prähistorischer Vorbilder auf die europäische Moderne“ zeigen würden.

Mehr auf der Heimatseite unter Museum-Giersch.de im Weltnetz.




„Die Zeugen“ in Weimar

Weimar, Deutschland (Kulturexpresso). Kein Scherz! Per Pressemitteilung der Achava-Festspiele-Thüringen vom 18.3.2019 teilen diese mit, dass sie zusammen mit der Stadt Weimar zur Vernissage „Die Zeugen“ im Rahmen der 5. Achava-Festspiele Thüringen am 1. April einladen würden. Beginn soll um 17 Uhr am Bahnhofsvorplatz in Weimar sein.

Der wird zum Hörplatz, denn vermutlich wird erst geredet. Außerdem werde die Vernissage vom Helmut-Eisel-Trio begleitet. Dann werde eine Toninstallation von Robin Minard zu hören sein. Mit Hören geht es weiter, denn Hellmut Seemann liest aus dem Bauhaus-Manifest von Walter Gropius, der am 12. April 1919 seinen Arbeitsvertrag für das Bauhaus unterschrieb. Dann, wenn im Anschluss eine Lichtinstallation von Christian Scheibe beginnt, geht das Gucken los. Und das Wandern!

Vom Bahnhofsvorplatz aus sollen „überlebensgroße Bilder … die Straße … Richtung Stadtzentrum“ säumen und zwar bis zum neuen Bauhaus-Museum-Weimar. Die wiederum kommen aus der Kamera des Weimarer Fotografen Thomas Müller.

Laut Pressemitteilung habe Müller „mehrere Jahre … ehemalige Häftlinge“ porträtiert. „Daraus wurden 16 Bilder ausgewählt, beispielsweise von Naftali Fürst und Vasile Nußbaum.“

Die Bilder würden bis 29. September 2019 draußen in der Stadt zu sehen sein.

Anmerkungen:

Mehr zum Bauhaus im Beitrag Zeitlose Moderne, 100 Jahre Bauhaus – Die überarbeitete und aktualisierte Ausgabe eines beachtlichen Buches über das Bauhaus von Magdalena Droste und „Wenn das Bauhaus die Akademie der Moderne war, so war das Neue Frankfurt ihre Werkstatt“ – Zur Ausstellung „Moderne am Main 1919–1933“ von Kerstin-Bettina Kaiser.




„Erwerb“ aus dem Eigentum Mainzer und Darmstädter Juden – Kuratorenführung zur Sonderausstellung „Betrifft: Erwerb aus jüdischem Besitz“ im Landesmuseum Mainz

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Bei der Kunst kommt es in der Regel auf die Vorderseite an. Doch es gibt – wie immer – Ausnahmen. Das Landesmuseum Mainz teilt per Pressemitteilung vom 19.3.2019 mit, dass es Rückseiten wie die von Karl Schelds Gemälde „Pferdeschwemme“ gibt, die mit einem Etikett mit der Beschriftung „Eigentum des Finanzamtes Darmstadt“ versehen sind.

Betitelt ist die Pressemitteilung mit „Kuratorin führt durch Ausstellung zur Provenienzforschung“ und wir wissen, worum es geht: um Erwerb aus jüdischem Besitz.

Die Vorderseite: Karl Scheld, „Pferdeschwemme“, um 1923. © GDKE Rheinland-Pfalz – Direktion Landesmuseum Mainz, Foto: Ursula Rudischer

Dem ist eine Sonderausstellung mit einem ähnlich lautenden Titel gewidmet. Dazu heißt es: „Am 26. März steht im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) eine Kuratorenführung durch die Sonderausstellung „Betrifft: Erwerb aus jüdischem Besitz“ auf dem Programm. Durch die Ausstellung, die auf den Ergebnissen eines dreijährigen Provenienzforschungsprojekts am Landesmuseum basiert, führt die Provenienzforscherin Dr. Emily Löffler, die die Recherchen durchgeführt und die Ausstellung kuratiert hat.“

Im Rahmen ihrer Arbeit wurden „die Herkunfts- und Eigentumsverhältnisse von 61 Gemälden, rund 160 Graphik-Konvoluten, zehn Möbelstücken sowie einer kleineren Anzahl kunstgewerblicher Objekte recherchiert, die die Gemäldegalerie und das Altertumsmuseum der Stadt Mainz (heute: Landesmuseum Mainz) von der damaligen Reichsfinanzverwaltung in den Jahren 1941-1943 erhalten haben“. Und das Ergebnis: Die Gegenstände stammen „aus dem Eigentum“ von Mainzern und Darmstädtern. Sie wurden beschlagnahmt und die Juden „rassisch verfolgt“.

Die Sonderausstellungbegann am 17. Februar 2019 und läuft noch bis zum 28. April 2019 im Landesmuseum Mainz und „zeichnet den Weg dieser Objekte ins Museum nach“, „zeigt die Rolle der Finanzverwaltung bei der systematischen Enteignung von Juden auf und beleuchtet in vier Fallgeschichten die Biographien von Gemälden, Graphiken und Möbeln und ihre Verknüpfungen mit den Biographien ihrer früheren … Eigentümern“.

Die Kuratorenführung beginnt am Dienstag, den 26. März 2019, um 18 Uhr. Es wird um vorherige Anmeldung unter anmeldung.muspaed@gdke.rlp.de gebeten.




25 Jahre Yes, I am: Melissa Etheridge tourt von Manchester bis Oslo und war am Frauentag im Tempodrom Berlin

Berlin, Deutschland/ Oslo, Norwegen (Kulturexpresso). Yes, I am (Ja, ich bin) klingt ein bisschen wie das „Yes, we can“ der Aufbruchsjahre in den USA nach George W. Bush, aus dem ein „Yes, I can“ – ja, ich kann es – folgerte. Und es ist beabsichtigt oder unbeabsichtigt nah dran am „Ich denke, also bin ich“, lateinisch „cogito, ergo sum“. Melissa Etheridges 4. Studioalbum aus dem Jahr 1993 hieß so: Yes, I am.

Berliner, die auf der Straße die Plakate sahen, verstanden diese allerdings nicht automatisch; auch mit Englischkenntnissen nicht. Ganz zu schweigen davon, dass die Anfangszeit 20 Uhr nicht auf das Plakat gedruckt wurde, eine Unsitte genau wie das überflüssige Aufdrucken der beiden Nullen vor dem 8.3.: „08.03.2019“. Vielleicht liegt es auch daran, dass in diesem Fall die Ziffern weiß sind und damit Druckerfarbe gespart wurde – das würde zu den Umweltschutzzielen passen, die Etheridge bei Ihrer Dankesrede am 5. März 2006 im Kodak-Theater so formulierte: „Am meisten muss ich Al Gore danken, dafür dass er uns inspirierte, mich inspirierte, zeigte, dass sich um die Erde zu kümmern weder republikanisch noch demokratisch, weder noch rot noch blau [die Farben der beiden großen US-Parteien] ist, es ist nur grün.“

Das war bei der Preisverleihung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS), die die Academy Awards mit den kleinen glänzenden Statuen vergibt.

Melissa Etheridge gelang, worauf Bradley Cooper und Glenn Close noch warten: Sie erhielt einen Oscar

„An Inconvenient Truth“, deutscher Titel „Eine unbequeme Wahrheit“, so heißt der Dokumentarfilm aus dem Jahr 2008, der den Oscar in der Rubrik „Bester Dokumentarfilm“ erhielt und für das beste originale Lied (“Best Original Song“) von 2007 mit dem Titel „I Need to Wake Up“ aus ebendieser Doku „An Inconvenient Truth“ erhielt Melissa Etheridge einen der begehrten Oscars.

Der 55jährige Regisseur Davis Guggenheim („He Named Me Malala“) des Films „Eine unbequeme Wahrheit“ ist der Sohn des am häufigsten für diesen Oscar nominierten Regisseurs Charles Guggenheim.

Al
Gore lobte Melissa Etheridge, weil sie sich immer ‚in Sachen
reinhängt‘, auch wenn es darum geht, anderen zu helfen.

Der ehemalige Vizepräsident und Fast-Präsident – er hatte 300.000 Stimmen mehr bekommen als George Bush, der 2000 das Amt antrat – spricht in dem Film die Wahrheit an, dass die Menschheit in der heute bekannten Form nicht überleben wird. Falls „Global warming“, die weltweite Erderwärmung mit Klimawechsel nicht aufgehalten wird, geht es unseren Kindern und Enkeln schlecht.

Melissa Etheridge – 30 Jahre mit Musik in der Öffentlichkeit

1988 brachte die Singer-Songwriterin und Rockmusikerin ihr Debutalbum heraus: „Melissa Etheridge“. Es erhielt zweimal Platin. Der Höhepunkt des Erfolges bildete die Veröffentlichung von Yes, I am 1993: sechsmal Platin, zwei Jahre in den Charts.

Auf der LP Yes, I am sind die Erfolgsstücke „Come to My Window“ und „I am the only one“.

1993 und 1995 gewann Melissa Etheridge einen Grammy – der Preis wurde nach dem Grammophon benannt – und zwar den Grammy für die „beste weibliche Gesangsdarbietung – Rock“. Erst mit „Ain‘t it Heavy“, dann mit „Come to My Window“. Im Original auf englisch hieß dieser Preis „Grammy Award for Best Female Rock Vocal Performance“.

Seit 2005 gibt es die Auszeichnung so nicht mehr. Es gibt nur noch einen Preis für die „Best Rock Vocal Performance, Solo“. Egal, ob es ein Sängerin oder ein Sänger ist – es kann nur einer gewinnen.

Am Broadway debütierte sie 2011 als „Jimmy“ in Green Day’s Rock Oper „American Idiot“, wo sie Billie Joe Armstrong für eine Woche ersetzte.

Ebenso bekam sie einen Stern am Hollywood Walk of Fame.

Die Yes, I am – Tour mit Melissa Etheridge

Zur Feier des Jubiläums 25 Jahre „Yes, I am“ kündigte Melissa Etheridge im September 2018 eine Europatour an.

„Das Warten hat ein Ende. Lang ist es her, dass ich in Europa war. Ich bin fasziniert, diese Tour jetzt über den großen Teich zu bringen […].“, sagte Melissa Etheridge im Herbst.

Beginnend in Manchester führte die Tournee durch europäische Metropolen und Hauptstädte wie Berlin, Kopenhagen, Stockholm und als Abschluss am 13. März ein Konzert im norwegischen Oslo.