Neues aus dem Hause Hitler – Annotation zur „Hitler“-Biografie von Peter Longerich

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"Hitler" von Peter Longerich © Siedler

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Nach den Biografien zu Himmler und Goebbels wartet Peter Longerich nun mit einer Hitler-Biografie auf. Es ist ein sprödes Buch im wissenschaftlichen Stil, doch das betrachte ich als Plus, da man sich dem größten Massenmörder der Geschichte nur kühl nähern kann.

Der große Verdienst ist die extreme Genauigkeit, mit der sich Longerich dem Menschen Hitler widmet. Bis ins kleinste Detail mischte sich Hitler in alle Machtfragen ein, ein Diktator, dem wenige Stunden Schlaf reichten, auch dank der Drogen, die ihm sein Leibarzt gab, um die Leistungsfähigkeit des kleinen Monsters zu erhöhen. Die Dialoge des Gröfaz im Führerhauptquartier waren gefürchtet, heimlich schaute er Mickey-Mouse-Filme und ließ nichts auf seinen Köter Blondie kommen. Der skrupellose Diktator und Staatsmann, immerhin von der Mehrheit der Deutschen demokratisch gewählt, langweilte sich in der Reichskanzlei, der politische Alltag wurde ihm erst zu Kriegsbeginn „eine wahre Freude“. Summa Summarum liegen die Neuigkeiten also im Detail. Große Fleißarbeit ja, beeindruckende Studie zum Nationalsozialismus unisono.

Bibliographische Angaben

Peter Longerich, Hitler, 1296 Seiten, gebundenes Buch mit Schutzumschlag, Siedler Verlag, München 2015, ISBN: 978-3-8275-0060-1, Preise: 39,99 Euro (D), 41,20 Euro (A) und 49,50 CFR

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