Schön blutig und scharf wie Schote von Chili – „Anna“ Poliatova von Filmregisseur Luc Besson

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Sascha Luss als Anna in "Anna" von Luc Besson. © EUROPACORP TF1 Filsm Production

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Schön blutig und scharf wie Schote von Chili? Keine Angst, die ausgedachte Anna Poliatova von Produzent, Filmregisseur und Drehbuchautor Luc Besson ist nichts für Besseresser, sondern mehr eine Mischung aus „Nikita“, in dem eine drogensüchtige junge Frau und so weiter als Spezialagentin und Auftragsmörderin für den Staat, den Französischen, tötet, und Auftragskiller „Léon“ und so weiter.

In „Anna“ steckt viel Fiktion, dennoch spielt die Handlung in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft. Böse Zungen könnten behaupten, dass auch Biografisches in dem Mischmasch aus Fiction, Action und Agentenkrimi stecke, denn Bessons Hauptdarstellerin, Sasha Luss, ist vor allem als russisches Model bekannt, und die von ihr gespielte Anna Poliatova tritt als solches in Paris auf. Wenn das kein Heimspiel für Luss und Besson war, was dann?

Olga (Helen Mirren), Vassiliev (Eric Gordon), Anna (Sasha Luss) und Alex (Luke Evans) in „Anna“ von Luc Besson. © EUROPACORP TF1 Filsm Production

Im Gegensatz zu älteren Filmen von Besson ist ihm dieses mal weniger eine comichafte oder tolpatischige Tötungsmaschine sondern eine mit mehr Charakter gelungen, die aber genau wie Helen Mirren als Olga im Klischee stecken bleibt wie mancher Mann im Staubsauger. Wer`s mag.

Die Handlung ist nicht ganz so skinny wie die Hauptdarstellerin. Nach einem abgebrochenen Selbsttötungsversuch und gelungener Entziehungskur mordet Anna Poliatova für den KGB erst in Moskau zu Bewährung, dann als Model in Paris. Der mädchenhaften (so mag es der Franzose) Mörderin des KGB ist der CIA (oder ist es Interpol und so weiter?) auf den Fersen. Irgendwann steckt Anna zwischen zwei Männern (Agenten), den Ami Lenny Miller (gespielt von Iren Cillian Murphy) und dem Russen Alex Tchenkov (gespielt vom Briten Luke Evans) und zwei Frauen, Olga (gespielt von der Britin Helen Mirren) und Maud (gespielt von der Russin Lera Abova). Als die Amis die Russin ins Verhör nehmen, scheint die blutige Arbeit der Schönen ein rasches Ende zu finden. Doch Besson baut Wendungen ohne Endungen ein, bis nach fast zwei Stunden Schluss mit handwerklich gelungenem Popkorn-Kino ist.

Wie fast immer in Besson-Filmen schrieb Éric Serra die Filmmusik. Die Beteiligten schafften es, in die 119 Minuten Spielfilmlänge Musikstücke einzubauen, selbstverständlich nicht ganz. Zudem kümmerte sich Thierry Arbogast um die Kamera. Bei beiden weiß Besson, was er an ihnen Gutes hat und das er Schönes bekommt.

Der Streifen kam in der Bundesrepublik Deutschland am 18. Juli 2019 in die Kinos.

Filmografische Angaben

  • Titel: Anna
  • Staat: Frankreich
  • Jahr: 2019
  • Originalsprache: Englisch
  • Regisseur: Luc Besson
  • Drehbuchautor: Luc Besson
  • Kamera: Thierry Arbogast
  • Musik: Éric Serra
  • Schnitt: Julien Rey
  • Darsteller: Sasha Luss (Anna Poliatova), Helen Mirren (Olga),
    Luke Evans (Alex Tchenkov), Cillian Murphy (Lenny Miller), Lera Abova (Maud), Alexander Petrov (Piotr), Nikita Pavlenko (Vlad),
    Anna Krippa (Nika), Aleksey Maslodudov (Jimmy), Éric Godon (Vassiliev), Ivan Franěk (Mossan), Jean-Baptiste Puech (Samy)
  • Produzent: Marc Shmuger, Luc Besson
  • Länge: 119 Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 16
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