Heinz Strunk erklimmt den Olymp – Annotation zum Roman „Der goldene Handschuh“

© Rowohlt

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das Buch des Frühjahrs kommt aus der Feder des einstigen Humoristen Heinz Strunk. Erst sträubte ich mich dann sank ich hin. „Fleisch ist mein Gemüse“ und ähnliche Schwarten aus des Dichters Hamburgers waren bisher an mir vorbei gerauscht, bzw. nach kurzem Hineinlesen mit einem Ach ne zur Seite gelegt. Ich weiß nicht, welcher Teufel ihn geritten hat, es muss aber ein großartiges Exemplar der Hölle gewesen sein, das ihm diesen Stoff eingeflüstert hat.

Die im Trinker- und Asi-Milieu angesiedelte Geschichte des Hilfsarbeiters Honka und seiner Beziehung zu Frauen und Alkohol ist in ihrer subtilen Dramaturgie ganz große Literatur.

Düster, brennend, grotesk, voll Erbarmen, absonderlich, ich könnte begeistert noch eine ganze Latte weiterer Bezeichnungen für dieses wunderbar schreckliche Buch finden.

Kaum sechs Wochen auf dem Markt, hat es bereits fünf Auflagen erlebt.

Die todtraurige Geschichte eines Daseins auf der Rückseite der Würde in peinigender Tristesse, die dem Leser trotzdem zu Mitleid rührt. Ein Buch, so dreckig wie das Leben selbst. Sofort kaufen!

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Heinz Strunk, Der goldene Handschuh, 256 Seiten, Rowohlt Verlag, 5. Auflage, Hamburg 2016, ISBN-13: 978-3-498-06436-5, 19,95 Euro (D)

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