Kunst und mehr – auf dem See und um den See herum

Bregenz, Österreich (Kulturexpresso). Sicherlich ist die Bodenseeregion eine der ältesten Kulturlandschaften Europas, denn nicht nur Kelten, Alemannen und Römer siedelten hier. Die ältesten Pfahlbauten datieren auf 3500 vor Christus und erzählen von einer vergessenen Welt, die dennoch fühlbar ist. Vielleicht hat der See diese Vergangenheit gespeichert und sensible Menschen hören das Flüstern der Geschichte hier intensiver als in unseren lauten, modernen Städten. Diese Region war immer eine von der Natur geformte Einheit, auch wenn politisch gezogene Grenzen den Austausch zuweilen störten. Heute ist Europa sicherlich hier am intensivsten fühlbar und die Spannungen, die Brüssel vielerorts verursacht, werden traditionsgemäß nicht so ernst genommen. Fast fühlt man sich im ‚Exil‘ am See, und viele Menschen denken, dass eine Erneuerung Europas durchaus hier entstehen könnte. Bregenz mit dem Vorarlberger Rheintal ist der viertgrößte Ballungsraum Österreichs. 250.000 Menschen aus 100 Herkunftsländern leben hier. Wirtschaftliche Dynamik und Migrationsbewegungen führen zu weiterem Wachstum.

Kunst hatte immer einen besonderen Stellenwert in dieser Region, die grandiose Natur beflügelt wohl das kreative Schaffen der Menschen am See und drum herum. Bregenz, Rheintal und Bregenzerwald arbeiten an einer Bewerbung für die Europäische Kulturhauptstadt 2024. Überall im Ländle wird diskutiert und geplant. Doch auch alltagsmäßig ist das Kulturangebot enorm vielschichtig. Musik, Lesungen, Diskussionen, Ausstellungen, Theater und noch so manches mehr sind täglich zu besuchen. So wundert es den Besucher auch nicht, dass man schon im ersten Nachkriegsjahr die Bregenzer Festspiele auf zwei Lastkähnen gestartet hat. Aktuell wurde die Saison 2018 nun vorgestellt. Auf dem See wäre dann wieder Bizets ‚Carmen‘ zu erleben, die im letzten Sommer 193.000 Besucher anzog. Eröffnet werden die Festspiele am 18. Juli 2018 mit einer Rarität, der österreichischen Erstaufführung der Oper ‚Beatrice Cenci‘ von Berthold Goldschmied (1903-1996). Brigitte Fassbaender inszeniert den ‚Barbier von Sevilla‘ und leitet erneut eine öffentliche Meisterklasse. Weitere Programmdetails sind auf der Homepage abrufbar.

Doch nicht nur im Sommer gibt es große Kultur in Bregenz, nein, eine aktive Theaterszene ist über das gesamte Jahr in verschiedenen Theatern zu erleben. So muss man eine beachtenswerte Premiere im Theater Kosmos erwähnen: Die deutschsprachige Erstaufführung ‚Tod eines Komikers‘ von Owen McCafferty, eine herbe Kritik an einem erbarmungslosen Showsystem, wurde zu einer bewegenden Anklage gegen die Mechanismen einer ausbeuterischen Unterhaltungsbranche, bei der der einzelne Künstler als Mensch oftmals auf der Strecke bleibt. Immer stärker wird hier der Agent, das Management, zum skrupellosen Spekulanten, der nur den eigenen Profit sucht und mit Kunst so gar nichts am Hut hat.

Für den bekannten Schauspieler Dominique Horwitz war die Rolle zum hochgepuschten Komiker Steve eine Traumpartie. Er konnte alle Register seines Könnens zeigen. Angefangen vom etwas unbeholfenen Komiker, der in drittklassigen Etablissements auftritt, bis hin zum steppenden Star, der große Hallen füllt, aber am Leben allgemein scheitert. Marcus Widmann spielt den skrupellosen Agenten mit enorm viel Gestaltungsvermögen und Facettenreichtum, ebenso grandios Lisa Hofer, die die unglückliche Freundin und das Gewissen von Komiker Steve darstellt. Dieses Drei-Mann-Theaterspiel könnte als Lehrstück in Sachen Vermarktung für jeden angehenden Künstler lehrreich sein. Doch bleibt immer die Frage, wie weit gibt man sich selbst preis auf der Leiter zum Erfolg und finanzieller Sicherheit? Wahre Ideale sollten nicht verkauft werden, doch jeder entscheidet für sich allein. Bis zum 7. Dezember darf im Theater Kosmos noch darüber reflektiert werden.




Baseball

„Curveball“ oder „Das Theater … als ein Ort des Täuschens, Manipulierens und Mutierens“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das Berliner nicht Keingeld- sondern Kleingeldtheater namens Theaterdiscounter bringt unerschrocken wie eh und je ein Stück auf die Bühne, dessen Titel Thema genug ist, mehr daraus zu machen. „Curveball“ lautet der Titel und nicht nur Sportskanonen, die Bälle mit Effet zu werfen wissen, ahnen, dass sich das Institut für Widerstand im Postfordismus an die Geschichte eines Agent des Bundesnachrichtendienst (BND) wagt, der als Zeuge “Curveball“ bei der Legitimierung des Irakkriegs durch Colin Powell vor den Vereinten Nationen (UN) eine wesentliche Rolle spielt. Dass die dessen Geschichte zugleich eine von vielen Skandalen des Auslandsgeheimdienstes der Bundesrepublik Deutschland (BRD) ist, das dürfte bei dieser Bühne wohl weniger von Belang sein.

Hinter dem Decknamen „Curveball“ soll sich Rafid Ahmed Alwan oder auch Rafid Ahmed Alwan El Dschanabi, der als Iraker mit BRD-Pass gilt. Als er 1999 in die BRD kam, um Asyl zu beantragen, so lautet seine auf Wikipedia nachzulesende Geschichte, habe er angegeben, Ingenieur und „Experte für chemische Kampfstoffe und Direktor einer Anlage zu deren Produktion in Djerf al Nadaf zu sein. Auch von mobilen Anlagen zur Produktion chemischer Kampfstoffe erzählte er.“ Wer es sagt oder was er sagte, das spielt im Grunde keine Rolle. Nützliche Idioten im Reich der „Spies and Lies“ finden sich immer, um die Wahrheit vor, während und nach Kriegen sterben zu lassen, um Massen von Menschen zu verdummen und zu verführen.

Auf der anderen Seite Aufklärer wie den damaligen Europachef der CIA Tyler Drumheller, der in auch in seinem Buch „Wie das Weiße Haus die Welt belügt“ (München, 2007) behauptet, er habe zuvor CIA-Chef George Tenet vor der Unzuverlässigkeit der Quelle gewarnt, oder namhafte Autoren des Politmagazins Kalaschnikow wie Stefan Pribnow, der unter der Überschrift „Über die kurzen Beine der Langfinger des Kapitals“ über Macht, Medien und Manipulationen im Zeitalter der Ölkriege schrieb.

„Die Performance rollt nun den Skandal wieder auf und stellt“ laut E-Mail-Einladung des Theaterdiscounters zur Premiere am 2. November 2017, 20 Uhr, „die Frage, wem wir warum Glauben schenken und wohin uns das Prinzip der Täuschung führen kann.“ Die Antwort dürfte schlicht und ergreifen ausfallen: Niemandem!

Doch weil das Theater auch in der BRD ein Theater ist, „rückt nicht zuletzt auch das Theater selbst als ein Ort des Täuschens, Manipulierens und Mutierens in den Fokus“. Mit anderen Worten: Gute Unterhaltung.




Sara de Ascaniis

Heute oder nie? Moon Suk wird ihren Salon weltreisebedingt schließen – Zu Gast: die Pianistin Sara de Ascaniis

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Moon Suk reiste 1989 zu einem Aufnahmestudium nach Deutschland, seitdem hat sie hier ein beispiellose Karriere hingelegt und das Kunst- und Musikleben entscheidend bereichert. Seit 3 Jahren ließ sie die Berliner Salonkultur wieder aufleben und zieht vervorragende junge Künstler an. Diesmal die Pianistin Sara de Ascaniis. Die Italienerin ist bei der Koreanerin zu Gast, doch Länder zählen schon lange nicht mehr in der Welt der Musik. Sprachen, ja. Sara de Ascaniis hat beim Lesen der Noten und Partituren zweifellos einen Heimvorteil, da sie als Muttersprachlerin nicht erst lernen muss, was adagio bedeutet, oder andante oder piano. Das Piano, Klavier, der Flügel ist ihr Instrument. Sie studierte in Vicenza in Venetien, das ca. 60 Kilometer nordwestlich von Venedig liegt. Die norditalienische Großstadt mit etwa 112.000 Einwohnern ist unter anderem für ihre Keramik und Musikintrumente bekannt. Andrea Palladio Renaissancebauwerke führten zur Anerkennung eines Unesco-Welterbes.

Sara de Ascaniis‘ Italien

Sara de Ascaniis Eltern sind Musiker, haben aber ihr aber alle Freiheit gelassen. Nach einer Veranstaltung wiederholte die Zweieinhalbjährige das gerade mehrfach gehörte Hauptthema am Klavier, was bei den Eltern Erstaunen auslöste und sie langsam an das Instrument heranführen ließ. Von Schulbeginn an begann dann eine zehnjährige Ausbildung. Es ist diese Freiheit und Freiwilligkeit, die Sara de Ascaniis‘ Ausdruck und Entfaltung ermöglicht gemacht hat. „Perfekte“ Pianisten, deren technische, teils seelenlose „Perfektion“ wenig lebendig und noch weniger herlich ist, deckeln einen Teil ihrer Persönlichkeit, um in einem kleinen Teilbereich bessere Ergebnisse zu erzielen. Professor Bernd Senf würde von Unterdrückung der Lebensenergie sprechen.

Qualität durch Freiheit und Freiwilligkeit

Dass Sara de Ascaniis‘ Entwicklung wunderbar und in Freiheit geschah, ist nicht anders vorstellbar. Wenn sie als Violinduo mit Julia Pérez Gámez auftritt, ist ihre Fähigkeit, ganz im Spiel zu versinken und gleichzeitig perfekt mit ihrer Partnerin zu harmonieren, voll ausgebildet. Ein Genuss, dies zu beobachten. Der Musikgenuss ergibt sich von ganz allein.

Moon Suks Verdienst, ist es immer wieder solche begnadeten Talente aufzuspüren, die doch sehr menschlich sind. Von Moon Suks Kunst und Gesang – die Sopranistin beherrscht allein 500 Stücke auswendig – wäre noch viel zu berichten.

Moon Suk setzt sich in einen VW-Bus und ist dann einfach mal weg

An dieser Stelle kurz der Hinweis, dass ihre Berliner Tage vorübergehend gezählt sind. 2018 wird sie auf eine vielleicht anderthalbjährige Weltreise gehen – in einem VW-Bus? – und unterwegs mit örtlichen Künstlern auftreten. Ein Datum der Wiederkehr wurde nicht festgelegt.

Der monatliche Salon pausiert auf unbestimmte Zeit – was das heißen kann, wissen wir vom ICC

Der monatliche Salon wird also ab Anfang der Jahres auf unbestimmte Zeit aussetzen. Die 1000 glücklichen Zuhörer ihre monatlichen Salons und diejenigen, die es bisher nicht schafften, werden wohl jetzt zum Run auf die Eintrittskarten ansetzen. Lediglich 50 werden für die Beletage in der Charlottenburger Altbauwohnung am Olivaer Platz verkauft.
Als einmal 70 Musikliebhaber Einlass begehrten, wurde es einfach zu eng.

Zu allem Guten obendrauf gibt es auch noch ein selbstzubereitetes schwäbisch-koreanisches Dinner-Büfett.

Sonntag, 15. Oktober 2017: „Musikalisches Oktoberfest“ im Salon Moon

www.salonmoon.de

www.moonsuk.de




Cosi fan tutte

Wie machen‘s denn alle? – Così fan tutte am Mainfranken Theater Würzburg

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Weiterer Titel dieser Mozart-Oper lautet: Die Schule der Liebe. Alles etwas konfus im Libretto (von da Ponte) in Mozarts letzter Buffo-Oper. Regisseurin Martina Veh setzt ganz auf italienische Burleske und beschert einen gelungenen knalligen Opernabend voller Spannung und Drive. Selten erlebt man eine so stimmig ausgerichtete Inszenierung. Das helle schwebende Bühnenbild mit abstrakten Räumen und Bildeinblendungen von fettFilm (Momme Hinrichs, Torge Møller) sowie Malereien des Zeichners Freddy Engel, zeigen einen unbeteiligten Kosmos, der den verrückten Liebespielen der Menschen verwundert zuschaut. Das Ganze hoch ästhetisch ausgearbeitet, die genialen Kostüme von Christl Wein sind das I-Tüpfelchen dieser Arbeit. Nur der Schluss wirkt nach den verrückten Liebeswirren doch etwas ernüchternd, aber ‚das Mozartl‘ schreibt 1789 mahnend an sein Konstanze: „Glaube sicher, nur das kluge Betragen einer Frau kann dem Mann Fesseln anlegen.“ – Bums – auch er ein wahrer Frauenversteher.

Die bekannten Längen der 3-stündigen Oper werden an diesem Abend mit spritziger Spielfreude sowie brillantem Musizieren geschickt gewürzt. Quicklebendig wird agiert, aus allen Dimensionen der Bühne. Die sechs Darsteller sitzen in Schachteln, Liegestühlen, fallen aus dem Schnürboden oder krabbeln aus dem Untergrund, scheinen die Tollheit auch noch zu genießen. Ebenso ist der Chor sehr aktiv, nicht nur stimmlich, allerdings hervorragend vorbereitet von Anton Tremmel.

Aus dem Orchestergraben hört man viel Erfreuliches. GMD Enrico Calesso will seinen Mozart ergründen, analysieren und zelebrieren, das macht er auf eindrucksvolle Art und Weise. Sein Dirigat ist eminent pointiert, dennoch immer fließend ohne an Spannung zu verlieren. Er versteht es, die musikalischen Höhepunkte als solche zu präsentieren und dennoch die Sänger immer auf Händen zu tragen. Nach anfänglichem Premierenfieber singen sich die sechs Protagonisten frei und man darf besten Mozartgesang erleben.

• Fiordiligi – Sopran Silke Evers – grandios dramatisch und höhensicher, darstellerisch mehr als überzeugend, ein charmante, etwas unterkühlt zweifelnde Liebhaberin.
• Dorabella – Mezzosopran Marzia Marzo – die forschere Schwester der beiden, mit warmer Stimme brillant singend, ebenso höhensicher und gestalterisch charmant.
• Despina – Sopran Akiho Tsujii – ungeheuer spielfreudig, ideale Mozartstimme, ein Name, den man sich merken sollte.
• Das gilt auch für den Tenor Roberto Ortiz als Ferrando, flexibel auf Linie gesungen, mit Timbre und Gefühl, der große Verführer des Abends.
• Guglielmo – Bariton Daniel Fiolka, auch er ein charmanter Liebender, etwas verhalten vielleicht, dennoch mit viel schönem Stimmpotential.
• Don Alfonso – Bariton Taiyu Uchiyama, junger Draufgänger mit Potential zum Star.

Fazit: Ein gelungener Abend, da man die Oper mit einem ‚Augenzwickern‘ auf die Bühne gebracht hat. Leicht und locker, das war wohl auch so von Mozart und da Ponte gewollt. Bravi! Ach, und laut Inszenierung sollen 55% der Frauen Untreue pflegen, von den Männern wurde nicht gesprochen.




Warum auch nicht: Publikumsberatung

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Berliner Theaterdiscounter teilt per Pressemitteilung vom 4.10.2017 mit, dass es in der Hauptstadt endlich eine Publikumsberatung geben wird. Nein, nicht für Politik und Wirtschaft, sondern für Kultur. Immerhin, möchte mancher meinen und zum Hingehen und Anhören und Ansehen raten.

Laut Pressemitteilung gehe es „in diesem unaufhaltsam scheiternden Vortrag … um so lebenswichtige Fragen wie die Unaussprechlichkeit von Geschichte, geheimnislosen Erfolg, Intellektuellenfurcht, zwanghafte Authentizität, Lachen zur falschen Zeit, Unkomik der Musik, Hören jenseits der Ohren, totale Mitarbeit“ und so weiter.

Kathrin Rögglas Text, der auf Handkes Publikumsbeschimpfung anspielt, war am Anfang ein preisgekröntes Hörspiel, bevor es von Leopold von Verschuer zum Vortrag mit ihm selbst als scheiternden Referenten umgemodelt wurde. Ist das schon das Ende? Wir wollen sehen und zwar am 26. Oktober 2017, ab 20 Uhr, im Theaterdiscounter, Klosterstraße 44, 10179 Berlin.

Mehr Informationen unter theaterdiscounter.de/stuecke/publikumsberatung.




Carpe Diem – Ewiges Leben und Sieg über den Tod! Eine experimentelle Oper beschließt die Kosmismus-Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ein Tag geschenkt, wo könnte man den besser verbringen als im Haus der Kulturen der Welt? Der 3. Oktober liegt an einem Dienstag. Nach dem ersten Besuch im Hause zum Thema Kosmismus blieb der Wunsch, tiefer zu gehen, doch ständig kam etwas dazwischen. Da endlich, der Tag der deutschen Einheit am Horizont! Nun wird’s was! Die Ausstellung „Art Without Death: Russischer Kosmismus“ ist zur Finissage sogar bis 22 Uhr geöffnet, Ausschlafen freigestellt.
Und es lockt ein von den Ideen des Russischen Kosmismus inspiriertes neues Werk mit einer digitalen Übersetzung von Klängen in visuelle Muster: Dorit Chrysler (Theremin, Sprechgesang) und Carsten Nicolai (Sampled ANS-Synthesizer) präsentieren um 20 Uhr eine Experimentaloper.

    Victory over Death!
    Победа над смертью!
    Sieg über den Tod!

Die Russische Revolution und die Entdeckungen jener Jahre ermutigten Künstler und Wissenschaftler zu Pionierarbeiten.
Dorit Chrysler und Carsten Nicolai schaffen mit verschiedenen Instrumenten, gesampelten Sounds und Bildern eine Performance, die an diese Geschichte anknüpft.

Der Erfinder Léon Theremin und das russische Saxophon

Der sowjetische Forscher Léon Theremin entwickelte das gleichnamige Instrument als eines der ersten elektronischen Instrumente überhaupt und ließ es 1928 patentieren.
Für „Sieg über den Tod!“ spielt Chrysler zwei speziell gefertigte Theremins: Die Peilantenne auf der linken Seite des Instruments kontrolliert die Lautstärke, während die aufgerichtete Antenne die Tonhöhe aussteuert. Die elektrischen Signale des Instruments werden verstärkt und an einen Lautsprecher gesendet.

Nicolai spielt gesampelte Sounds, die vom legendären ANS-Synthesizer generiert werden.
Das optoelektronische Musikinstrument ist eine Erfindung des sowjetischen Ingenieurs Evgeny Murzin (1914-1970) und nach dem Avantgardekomponisten Alexander (Nikolajewitsch) Skrjabin (A. N. S.) benannt. Der Moskauer Pianist und Komponist lebte von 1872–1915.

Exkurs: Namenkunde

Übrigens sagt niemand alle drei Teile des Namens. Man spricht man neutral von Alexander Skrjabin. Da der Familienname nicht selten ist, kann man den Vornamen dazusagen. Zudem auch Alexanders Sohn Julian (1908-1919) Pianist und Komponist wurde. Russische Musiker würden unter sich im vertrauten Ton auch von Sascha Skrjabin sprechen. Dieser Vorname ist nicht wie im Deutschen (Sascha Hehn) eigenständig, sondern ein Diminutiv von „Alexander“ wie das im Deutschen, Englischen und vielen anderen Sprachen gebräuchliche Kurzwort Alex.
Solange er lebte, wurde Skrjabin selbst mit Alexander Nikolajewitsch angesprochen (oder genannt), eine respektvolle Anrede, die nicht zu vertraut ist. Niemand hätte im Alltag Alexander Skrjabin gesagt, außer vielleicht der Polizei. Im Pass steht in Russland und Weißrussland immer „Alexander“, nie Sascha oder Alex. In der Bundesrepublik Deutschland ist das anders, hier können auch Kurzformen wie Hans, Tanja, Alex den offiziellen Rufnamen bilden. Sogar Verkleinerungsformen kommen zum Zuge, meist zum Leidwesen der Kinder.
Der in Kanada und den Vereinigten Staaten gebräuchliche Mittelname entspricht nicht dem Patronym oder Vatersnamen im Russischen.

Murzins Erfindung

Technisch basiert Murzins Erfindung auf der Methode der graphischen Tonaufzeichnung, die auch im Kino zum Einsatz kommt. Das Verfahren wurde in der Sowjetunion parallel zu ähnlichen in den USA verwendeten Systemen entwickelt. Es erlaubt das Generieren des Bildes einer Klangwelle beziehungsweise das Synthetisieren eines Klangs aus einem künstlich gezeichneten Sound-Spektrogramm. Tarkovsky-Fans werden die vom ANS erzeugten Klänge vertraut sein: Der Komponist Edward Artemiev (Eduard Artemjew), geboren 1937 in Nowosibirsk, erschuf mit diesem Synthesizer die ikonische Filmmusik zu „Solaris“ (1972).

Alexander Svyatogors „Biokosmistisches Manifest“

Dorit Chrysler wird außerdem – als Referenz an die Geschichte des „Gesamtkunstwerks“ – das 1922 vom futuristischen Dichter Alexander Svyatogor geschriebene Biokosmistische Manifest aufführen:
„Die Fragen der Unsterblichkeit und des Interplanetarismus dürfen weder unabhängig voneinander betrachtet noch automatisch miteinander verbunden werden. Beide ergeben sich aus dem jeweils anderen Phänomen und ergänzen einander. Sie konstituieren ein einheitliches, organisches Ganzes – vereint unter einem einzigen Begriff: Biokosmismus.“

Die (Klang-) Künstlerin Dorit Chrysler: Komponistin und Theremin-Spielerin

Dorit Chrysler wurde in Graz geboren und lebt in New York und Österreich. Die virtuose Theremin-Spielerin, Klangkünstlerin und Komponistin ist Mitgründerin der NY Theremin Society und Initiatorin der ersten Theremin-Akademie KidCoolThereminSchool. Für diese entwickelte sie einen eigenen Lehrplan für die frühkindliche Erziehung im Bereich elektronische Musik. Weitere neue Werke Chryslers werden demnächst bei der Ars Electronica zur Aufführung kommen, eine Auftragsarbeit wird sie beim Steirischen Herbstfestival vorstellen und im Rahmen der „Sisters Academy“ wird eine Sound Performance bei Den Frie, CPH zu hören sein. Chrysler realisierte zahlreiche künstlerische Koproduktionen, unter anderem mit Jesper Just, Phillippe Quesne, Anders Trentemøller, Cluster, Sasha Waltz und Elliot Sharp.

Carsten Nicolai aus Karl-Marx-Stadt

Carsten Nicolai aka Alva Noto ist einer der renommiertesten Künstler an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft und bekannt für seinen minimalistischen Ansatz. 1965 in Karl-Marx-Stadt (dem heutigen Chemnitz) geboren gehört er einer Generation an, die vor allem im Grenzbereich von Musik, Kunst und Wissenschaft kreativ tätig ist. Als bildender Künstler will Nicolai die Grenzen zwischen den sensorischen Wahrnehmungen des Menschen überwinden, indem er technische Phänomene wie Klang und Lichtfrequenzen für das Auge und Ohr wahrnehmbar macht. Seine Installationen sind von faszinierender Eleganz und Konsistenz und werden durch ihre minimalistische Ästhetik ausgezeichnet. Neben Teilnahmen an großen internationalen Ausstellungen wie der documenta X sowie der 49. und 50. Biennale von Venedig werden Nicolais Werke weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. Zu seinem künstlerischen Oeuvre zählen auch die unter dem Pseudonym Alva Noto durchgeführten Klangexperimente, die von einem prägnanten Reduktionismus begleitet unmittelbar in die Sphäre elektronischer Musik führen. Für sie entwickelt Nicolai alias Alva Noto eigene Zeichencodes, eine spezifische Akustik und visuelle Symbole.

Russischer Kosmismus – Begeisterung für Wissenschaft und Technik inklusive

Der Russische Kosmismus stand für die Forderung nach physischer Unsterblichkeit, Wiedererweckung der Toten und Reisen ins All. In seinen Lehren verbanden sich westliche Aufklärung und östliche Philosophie, russisch-orthodoxe Tradition und Marxismus, gepaart mit der Begeisterung für Wissenschaft und Technik. Die Bewegung inspirierte sowjetische Denkerinnen und Denker, fiel später der Unterdrückung durch den Stalinismus zum Opfer und ist heute nahezu vergessen.

Eine Utopie – und ein Opfer des Stalinismus

„Art Without Death: Russischer Kosmismus“ blickt auf diese verwegene Utopie und ihre Resonanzen in Kunst, Wissenschaft und Politik. Die Ausstellung verknüpft Arbeiten der russischen Avantgarde aus der Sammlung Costakis – ausgewählt von Boris Groys – mit zeitgenössischen Positionen: Filme von Anton Vidokle und eine Installation von Arseny Zhilyaev reflektieren philosophische, wissenschaftliche und künstlerische Konzepte des Russischen Kosmismus.

„Art without Death: Russischer Kosmismus“ endet mit dem Konzert Sieg über den Tod! um 22 Uhr

Art Without Death: Russischer Kosmismus ist Teil von „100 Jahre Gegenwart“ und wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Das Haus der Kulturen der Welt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Auswärtigen Amt.

Eintrittskarten: tickets@hkw.de / +49 – (0)30 – 39 78 7175, Online www.hkw.de/cosmism

Oper: 3. Oktober 2017, 20 Uhr
Ausstellung: bis 22 Uhr
Kombiticket (Konzert und Ausstellung) EUR 10/ermäßigt EUR 8

Haus der Kulturen der Welt (ehem. Kongreßhalle), John-Foster-Dulles-Allee im nördlichen Großen Tiergarten




Blick in die Staatsoper Unter den Linden in Berlin.

Zur Wiedereröffnung der Staatsoper Unter den Linden »Zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Szenen aus Goethes Faust«

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am 3. Oktober 2017 wird die Staatsoper Unter den Linden mit »Zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Szenen aus Goethes Faust« in der Regie von Jürgen Flimm und unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim wiedereröffnet.

Die Auftaktpremiere der Saison 2017/18, die um 20 Uhr beginnt und auf den Bebelplatz übertragen wird, hoffentlich auch die 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn stattfindende Werkeinführung, ist zugleich die erste Premiere in der wiedereröffneten Staatsoper Unter den Linden statt.

Zum Stück »Szenen aus Goethes Faust« teilt die Staatsoper Unter den Linden mit, dass es „zwischen 1844 und 1853 entstanden“ sei und „Robert Schumann sieben Episoden aus Goethes »Faust I« und »Faust II«“ auswählt, um sie „kompositorisch“ auszugestalten. Weiter im Text: „Schumanns Werk für Vokalsolisten, großen Chor und großes Orchester wird in der szenischen Produktion ergänzt durch Schauspielpassagen aus den beiden Teilen von Goethes Drama – Musik und Sprechtheater durchdringen sich somit und beleuchten sich wechselseitig.

Als Bühnenbildner konnte der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz gewonnen werden, der mit seinen Werken weltweit in Ausstellungen vertreten ist – allein in den letzten Jahren wurden seine Bilder und Skulpturen u. a. in München, London, Paris, Peking, St. Petersburg, Shanghai und Washington gezeigt. Als Bühnenbildner war Markus Lüpertz u. a. an der Deutschen Oper am Rhein, am Staatstheater Kassel und am Bremer Theater tätig. Die Kostüme stammen von Ursula Kudrna, die schon bei »Le nozze di Figaro« 2015 sowie bei »Manon Lescaut« an der Seite von Jürgen Flimm arbeitete.

Die Gesangspartien sind mit Ensemblemitgliedern der Staatsoper Unter den Linden besetzt, mit Roman Trekel (als Faust), Elsa Dreisig (als Gretchen), René Pape (als Mephistopheles), Katharina Kammerloher, Evelin Novak, Adriane Queiroz, Stephan Rügamer, Gyula Orendt, Narine Yeghiyan, Florian Hoffmann und Jan Martiník sowie Natalia Skrycka, Mitglied des Internationalen Opernstudios. Die Schauspielpartien übernehmen André Jung (Faust), Sven-Eric Bechtolf (Mephistopheles) und Meike Droste (Gretchen). Es singen darüber hinaus der Staatsopernchor unter der Leitung von Martin Wright und der Kinderchor der Staatsoper Unter den Linden unter der Leitung von Vinzenz Weissenburger. Es spielt die Staatskapelle Berlin.“

Weitere Vorstellungen am 6. Oktober sowie 14. und 17. Dezember 2017 in der Staatsoper Unter den Linden gegeben.




Fuck the Facts

„Fuck the facts“ jetzt auch in Neukölln

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Dass Fakten spätestens seit einer vollidiotischen „Focus“-Werbung in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts nach unserer Zeitrechnung mit Ficken von Lesern durch Lohnschreiber von Verlegern übersetzt wird, das wissen alle Aufgeklärten. Alle anderen wissen das nicht.

Der lästige Lug und Trug von Hofberichterstattern in alten Medien läuft dem Projekt der Moderne zum Trotz längst als totale Reklame. Die Öffentlichkeitsarbeiter, ein Heer von Nieten und Nullen, besetzte seit Anbeginn der Neuen Medien auch diese. Im Weltnetz wird immer ungefilterter und unvermittelter veröffentlicht, was das Plappermaul nicht halten kann.

In der Informationsgesellschaft, wie manche Meinungsmacher die aktuelle kapitalistische Gesellschaft zu nennen pflegen, sei das „Zeitalter der Selbstermächtigung“ angebrochen, behauptet jemand an der Neuköllner Oper in Berlin und notierte: „Einfach den Rechner anschalten und twittern, posten und trollen was das Zeug hält. Self-entitlement worldwide, das galt für die Virtual Spaceriders des Artischocken-Kultes schon immer. Motto: Make Internet great again! Aber was passiert, wenn die Artischocken sich gegenseitig an die Gurgel gehen? Um einen Wald in ein Häuflein Asche zu verwandeln braucht es nur eine Zigarette. Um das Internet brennen zu lassen braucht es nur einen tweet. Ob Fake, ob Fakt oder Fiktion? Egal, ICH habe gesprochen. ICH brauche keine Gegenrede, ICH bin schon Demokrat. Fuck the facts, you`re not my Dad!“

Auch dieser Text ist alles andere als Aufklärung. Er ist Theater auf der Heimatseite der Neuköllner Oper im Weltnetz. Er ist Teil der totalen Reklame. Er ist nicht sachlich, sondern bestenfalls literarisch. Immerhin lässt er das Unbehagen des Autors gegen die Masse der scheinbaren Ich-Erzähler selbst durch den Schaum der Anglizismen schimmern.

Ob das Stück mit dem Titel „Fuck the facts“ auch so anti-emanzipatorisch wie die Werbung dafür ist oder wir uns den Mund abwischen müssen, das wissen wir nicht, wollen aber nicht verschweigen, das wir nicht abgeneigt sind, die Neuköllner Oper zu besuchen, um zu sehen und zu hören, ob die Verantwortlichen sich in ihrer „fiktive Geschichte, die „(auch) mitten in Berlin“ spiele, nur gegen Geld abarbeiten oder statt Seifenoper zum Wesentlichen dieser Gesellschaft der Ware und des Spektakels vordringen.

Werden die Schauspieler Allen Boxer, Hrund Ósk Árnadóttir, Angela Braun und Mario Klischies, die unter der Regie von Christian Römer spielen und den von Anna Catherin Loll verfassten Text sprechen, die Bühne zu einer Kopfbombenwerkstatt umfunktionieren oder bleibt alles im Rahmen mehr oder minder angenehmen Vergnügens?

Die musikalische Produktion und Leitung liege laut Veranstalter in den Händen von Bijan Azadian. Für Video und Sound sorgt Mario Simon, um die Choreographie kümmert sich Yuko Matsuyama und um die Ausstattung Grit Wendicke.

Wer wissen will, „wer … eigentlich da draußen im privatisierten Internet-Gericht“ spricht, „wer … die selbsternannten Cyber-Sheriffs“ sind, der schaue sich „ein großes Holzpferd“ zu folgenden Terminen ab 20 Uhr an: 13.09., 19.09., 20.09., 26.09. und 29.09.2017.




Die Königs vom Kiez

Ordentlich Astra zum „Musical mit Herz und Promille“ oder „Die Königs vom Kiez“ in der Weltmusicalstadt Hamburg

Hamburg, Deutschland (Kulturexpresso). Das Musical „Die Königs vom Kiez“ läuft in der Weltmusicalstadt Hamburg und bald anderen Aufführungen den Rang ab.

Zur Weltmusicalstadt Hamburg heißt es im „Hamburg Magazin“ unter der Überschrift „Zu Besuch in der Musicalstadt Hamburg“, dass die Hafenstadt an der Elbe „mit 2 Millionen Musical-Besuchern … nach New York und London die drittgrößte Musicalstadt weltweit“ sei. Anschließend wird erinnert, dass „der Musical-Boom … mit der Premiere von Andrew Lloyd Webbers Musical ‚Cats‘ 1986 in Deutschland“ begonnen habe und „die Show … tausende von Menschen nach Hamburg“ lockte. „‚Cats‘ zog insgesamt unglaubliche 6,2 Millionen Besucher in das Operettenhaus in Hamburg“, heißt es im nicht namentlich gekennzeichneten Beitrag ohne Angabe von Ort und Datum der Veröffentlichung.

Als Werbung ist der Beitrag allerdings auch nicht gekennzeichnet, obwohl er nichts anderes als totale Reklame für das ebenfalls in Hamburg laufende Musical „Der König der Löwen“ ist.

Über so viel Lug und Betrug müsste man laut lachen, wenn es nicht zum Weinen wäre. Aufs Lachen über die Laune einer Familie auf St. Paule scheint die Musicalkomödie von Martin Lingnau, Heiko Wohlgemuth und Mirko Bott mit dem reizenden Titel „Die Königs vom Kiez“ aus. Der Familie soll „das Schicksal … einen derben Streich gespielt“ haben, „als es ihr ausgerechnet den Nachnamen König schenkte. Denn Kasse und Kühlschrank der siebenköpfigen Schar sind permanent leer. Obwohl die vier Kinder Marie, Björn, Benny und Pamela alles – wirklich alles! – tun, um den Clan (inklusive der bettlägerigen Oma und des Babys der erst 15-jährigen Pamela) über die Runden zu bringen. Durchkreuzt werden die Bemühungen jedoch weniger von Gläubigern und Ämtern als vom eigenen Vater. Das daueralkoholisierte und allergisch auf ehrliche Arbeit reagierende Familienoberhaupt, von allen nur der Käpt’n genannt, wirft alles mühsam Erschuftete, was seine Sprösslinge zur Tür hereinbringen, mit vollen Händen wieder zum Fenster raus. Einzig die liebestolle, aber angegraute Nachbarin Berta kann den Käptn mit eindeutig zweideutigen Avancen kurzzeitig in Schach halten. Als dann noch eine Räumungsklage droht, scheint das Schicksal seine Späße endgültig zu weit zu treiben – aber: Der Kiez hält ja bekanntlich zusammen.“

„Die Königs vom Kiez“ laufen im November beinahe jeden Abend um 19 Uhr oder 20 Uhr im Verzehrtheater mit Vollvergnügen
namens Schmidt Theater am Spielbudenplatz in Hamburg an. Kritischen Kritikern empfehlen wir, vor Ort und während des „Musicals mit Herz und Promille“ ordentlich Astra zu trinken.




Johannes Warth

Endlich wieder Künstler statt Rindviecher in der Versteigerungshalle auf dem Hopfenweiler – Auf zur 6. Bad Waldseer Künstlernacht

Bad Waldsee/Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Dort, wo sonst bei Bad Waldsee Rinder und richtig gutes Essen über den Tisch gehen, wo also nicht nur Vieh ver- und gekauft wird, sondern ordentlich gegessen werden kann, sind in Kürze Künstlerinnen und Künstler dran. Die 6. Bad Waldseer Künstlernacht steht vor der Tür und viele Freunde dieses Varieté-Vergnügens werden wohl vor einer solchen stehen bleiben müssen. Das Spektakel, das der Kulturverein mit reizendem Namen „Spektrum K“ veranstaltet, wird aller Voraussicht nach wieder ausverkauft sein.

Vielleicht findet die Künstlernacht deswegen an zwei Abenden, nämlich denen des 15. und 16. September 2017 in der Versteigerungshalle auf dem Hopfenweiler statt. Beide Male wird Johannes Warth durch das Programm führen und Artisten aus Berlin und Bad Waldsee, der Bundesrepublik Deutschland und aller Welt vorstellen.

Für Augen und Ohren – „Künstler der Extraklasse“

Nach fünf Jahren Pause kündigt Warth, der sich einen Ermutiger nennt, wieder „Künstler der Extraklasse“ an.

Warth meint, gerade heute mehr Ermutigung, um das Gute zu sehen und daraus folgend zu säen, zu benötigen denn je. Vielleicht machen die Künstlerinnen und Künstler Mut zur Ermutigung?

Hans Ehinger von „Spekturm K“ kündigt an: „Breakdancer, Trapezkünstler, Puppentheater, eine sensationelle Jonglagenummer, eine atemberaubende Trapeznummer, Schleuderbrettakrobaten, Ballett, Hula-Hoop, dazu seltsame Flugobjekte, Percussion“ und versicht, dass „die verschiedensten Auftritte musikalisch umrahmt und eingebunden“ und „zu einem Gesamtkunstwerk zusammengefügt“ werden würden, „so dass man mit Fug und Recht behaupten kann: Es wird wieder ein einmaliges Spektakel geben, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.“

Claude Criblez komme als Komiker und habe laut Ehinger seinen „Flugzoo“ dabei. Marie Schmitz und Martin Mall mischen mit und Battle Beats bringen vermutlich den Schlachtschlag.

Schlagzeuger wie  Benjamin Warth werden erwartet. Beim vollen Varietéprogramm mit artistischen, tänzerischen, akrobatischen und musikalischen Vorstellungen in der Versteigerungshalle  gibt`s also auch ordentlich auf die Ohren.

Für Mund und Magen – Feinstes Fleisch vom Allgäuer Weiderind

Wenn die Augen angesichts der Attraktionen groß werden und einem der Mund offen steht, sollte mindestens vorher der Magen gut gefüllt werden, weswegen wir unbedingt zu einem Besuch bei Susanne und Rudi Spieß noch vor Beginn der Künstlernacht ab 20 Uhr raten. Die beiden schwingen unter der Tribüne der Versteigerungshalle das Zepter und zwar in der Küche der Gaststätte Zur Versteigerungshalle. Dabei sorgen sie ebenfalls für einen Augenschmaus, auch wenn die leckeren Speisen schnell in Mund und Magen landen.

Wie wäre es vor dem Kessel Buntes auf der Bühne mit Rindfleisch aus einem bunten Kessel? Feines Fleisch vom Allgäuer Weiderind ziert jeden Salat der Saison!

Wir vom Kulturexpresso wünschen erst einen guten Appetit bei Susanne und Rudi Spieß und dann viel Vergnügen bei der 6. Bad Waldseer Künstlernacht.